VfL Bochum vs 1. Frauenmannschaft 7 : 1

So kurios kann Fußball sein: Da bekommen die Fußballerinnen von Germania Hauenhorst beim Auswärtsspiel gegen den VfL Bochum mit 1:7 eine deftige Packung, aber dennoch bestimmten die Spanier Schützlinge in der ersten Halbzeit klar das Geschehen auf dem Nebenplatz am Bochumer Ruhrstadion.

Im Vergleich zum Spiel gegen den SV Menden vor 2 Wochen musste Trainer Ralf Spanier seine Mannschaft gleich auf mehreren Positionen umstellen. In Bochum nicht dabei waren Lena Arentz und Torjägerin Nicole Schampera. Goalgetterin Nr. 2, Kim Wolters, kam erst kurz vor dem Spiel aus dem Urlaub zurück und musste auf der Bank Platz nehmen, genau wie Mittelfeld Strategin Lara Hohm, die krankheitsbedingt zwar ebenfalls auf der Bank saß, aber am Ende nicht zum Einsatz kam.
Taktisch diszipliniert begann Hauenhorst das Spiel, lies Ball und Gegner laufen, ging in der 16.Minute nach einem Eckball von Lisa Stoltmann durch einen Kopfball von Lena Wermelt mit 1:0 in Führung und hatte anschließend durch einen Kopfball von Alexandra Mallwitz (18.Minute), einen Distanzschuss von Christina Schimpke (21.Minute) und einem Alleingang von Isabell Scheinig (37.Minute) sogar die Chance die Führung auszubauen. Doch entweder versagten die Nerven oder die Bochumer Torfrau konnte die Bälle parieren. Die letzten Minuten vor der Halbzeit sollten das Spiel dann aber unerwartet drehen. Hauenhorst war gedanklich wohl schon in der Pause und wirkte unkonzentriert. Der Vfl Bochum konnte erstmals seine Räume nutzen und konterte die Germania eiskalt aus. Durch zwei Treffer von Celina Buczkowski (41. + 43.Minute) ging Bochum überraschend mit einer knappen Führung in die Halbzeitpause.
“Das war schon ein kleiner Schock für uns, denn man hatte bis zum Ausgleich in der 41. Minute nie den Eindruck, dass uns fußballerisch hier irgendetwas passieren könnte” war auch Trainer Ralf Spanier überrascht von der plötzlichen Wende in der 1.Halbzeit. Der Coach und sein Team hielten dennoch eine sehr ruhige, aber auch bestimmende Halbzeitansprache. “Wir wollten das Spiel wieder drehen und jede einzelne wusste das wir im ersten Durchgang die bessere Mannschaft waren” so Spanier.
Doch es sollte ganz anders kommen. Direkt nach dem Wiederanpfiff leistete sich die bis dahin überragend spielende Tabea Schüring einen eklatanten Fehlpass, Laura Buczkowski nahm das Geschenk an und erhöhte auf 3:1 (47.Minute). Nur drei Minuten später dann der nächste Nackenschlag für die Germania. In einem Zweikampf verletzte sich Abwehrchefin Sinah Lütke-Harmölle so schwer, das sie ausgewechselt werden musste. Bevor die Germania mit Alissa Schöler einen Ersatz auf das Feld schicken konnte, erhöhte Bochum in Überzahl auf 4:1 durch Lynn Olgemann (53.Minute). Damit war das Spiel gelaufen. Die Köpfe der Hauenhorsterinnen gingen nach unten und Bochum spielte sich in einen Rausch. Die weiteren Treffer durch Tiana Kalamanda, erneut Lynn Olgemann und Anja Kirsten waren für den Vfl Bochum nur noch Formsache.
“Der Sieg für Bochum ist auch in der Höhe absolut verdient. Ich weiß allerdings nicht wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir mit der knappen Führung im ersten Durchgang in die Halbzeit gegangen wären”so ein enttäuschter Hauenhorster Trainer nach dem Spiel.