Damen 1 verliert 0:4 in Bökendorf

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und getreu diesem Zitat reisten am Ostermontag die Germanen Frauen in die knapp 200 km entfernte Region Ostwestfalen-Lippe – genauer gesagt zum Nachholspiel gegen den SV Bökendorf, einem Stadtteil von Brakel. Mit einem arg dezimierten Kader (es fehlten insgesamt 8 Spielerinnen) und Verstärkung aus der Zweiten Mannschaft, wollte sich das Spanier-Team beim bisher zu Hause ungeschlagenen Liga-Dritten vernünftig aus der Affäre ziehen und teuer verkaufen.

Das ein normales Fußballspiel auf dem – wir nennen es mal „schwer bespielbaren Untergrund“ – nicht möglich war, konnten die Verantwortlichen schon vor Spielbeginn feststellen. Und so entschied man sich von der Spielidee her für die „englische Variante“ oder wie Trainer Ralf Spanier es ironisch ausrückte: „5 Spielerinnen Defensiv – 5 Spielerinnen Offensiv. Ein taktisches Mittelfeld wird hier überbewertet.“ Da auch der Gastgeberaus Bökendorf scheinbar diese Idee verfolgte, kamen sich die knapp über 100 Zuschauer teilweise vor, wie beim Tennis gucken.

Im Spiel selber setzte die Germania die ersten Ausrufzeichen. In der 10.min versuchte es Alissa Schöler mit einem Distanzschuss, der von der Unterkante der Latte wieder ins Spielfeld zurück prallte. In der 22.min konnte sich Lisa Stoltmann gegen ihre Gegenspielerin durchsetzen und steuerte alleine auf das Bökendorfer Tor zu, doch ihr Schuss konnte von der Torfrau pariert werden. Besser machte es der Gastgeber im direkten Gegenzug. Ein langer Ball auf die Außenposition, eine Flanke auf den zweiten Pfosten, die Ablage ins Zentrum und Carla Oelmann traf zum 1:0 für Bökendorf. Nur zwei Minuten später dann der erste Schock für die Germania. Kapitänin Lisa Stoltmann bekam auf dem knüppelharten Untergrund Knieprobleme und musste ausgewechselt werden. In der 38.min fiel dann das 2:0 für den Gastgeber. Mit einem Doppelpass wurde die Hauenhorster Defensive ausgespielt und erneut war es Carla Oelmann die einnetzte. Schade dabei war allerdings die Tatsache, dass die Schiedsrichter hier nicht die klare Abseitsstellung der Torschützin erkannten. Hauenhorst ließ sich dadurch aber nicht beirren und machte in der 2. Halbzeit zunächst Druck. Mit Rückenwind und der Tatsache das man nun „leicht bergab“ spielen konnte, hatte die Germania gefühlt mehr Ballbesitz, konnte sich dabei aber keine klaren Torchancen erspielen. Besser machte es erneut der Tabellendritte, der mit dem ersten Torschuss in der 60.min auf 3:0 erhöhte. Danach gab es erneut einige Schreckminuten für die Germania. Unfreiwillig musste Trainer Ralf Spanier sein Team innerhalb von wenigen Minuten umstellen. In der 66.min ging es für Abwehrchefin Sinah Lütke-Harmölle verletzungsbedingt nicht mehr weiter und nur vier Minuten später musste Alissa Schöler schwer verletzt vom Platz getragen werden. Die nun neu formierte Hauenhorster Elf wehrte sich in der Schlussphase mit allen Kräften, musste aber in der 83.min nach einem Eckball noch den Treffer zum 4:0 Endstand durch Spielertrainerin Christina Drewitz hinnehmen.

Als Fazit können wir festhalten: Es war ein gebrauchter Tag. Der Osterausflug ins bergische Wesertal wurde nicht vom Ergebnis geprägt, sondern eher von den Verletzungen der drei Führungsspielerinnen.