1. Frauenmannschaft vs SGS Essen II ( U 20 ) 4 : 6

Der Spitzenreiter wankte, doch er fiel nicht. In einem spektakulären Spiel verlor Germania Hauenhorst mit 4:6 (3:3) Toren gegen den Tabellenführer der Regionalliga West, der SGS Essen-Schönebeck.

Beide Teams spielten mit einer offensiven taktischen Ausrichtung und mit offenen Visier – doch am Ende war es der Gast aus dem Ruhrgebiet, der unterm Strich mehr Tore als die Germania erzielte. Hauenhorst Trainer Ralf Spanier war nach dem Abpfiff ziemlich bedient und musste erstmal „ein paar Minuten in eine stille Ecke“ um sich abzureagieren. Den Grund dafür, erklärte der Coach anschließend: „Egal ob man gewinnt oder verliert – die Mannschaft ist natürlich immer daran beteiligt. Doch diesmal hatten wir ein Schiedsrichtergespann was uns ziemlich oft dazwischen gegrätscht ist und maßgeblich am Ergebnis beteiligt war“ erklärte der Trainer nach dem Spiel. „Ich sage mal so: der Schiedsrichter und seine Assistenten hatten nicht ihren besten Tag, waren in einigen Szenen überfordert und haben beide Mannschaften benachteiligt. Das Problem heute war aber, dass die Anzahl der Fehlentscheidungen zu unseren Lasten ging und wir damit um einen verdienten Punkt gebracht wurden“. Doch dazu später mehr.

Das Spiel startete sehr zur Freude der vielen Zuschauer direkt mit einem offenen Schlagabtausch. Bereits in der 1. Spielminute testete Lena Wermelt mit einem Schuss aus 20m die Essener Torfrau. Der Ball wurde zur Ecke geklärt. Keine zwei Minuten später tauchte Nicole Schampera frei vor dem Essener Tor auf, doch ihr Schuss ging knapp am Tor vorbei. Besser machte es der Tabellenführer schon in der 4. Minute. Ein langer Ball in die Tiefe und Jalia Benahmed schießt trocken zum 0:1 für Essen ein. Hauenhorst reagierte und in der 10. Minute war es Kim Wolters, die nach einem Solo von Nicole Schampera den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 Ausgleich einschob. Es kam aber noch besser. In der 17. Minute bekam Alissa Schöler den Ball 25m vor dem Tor. Ein kurzer Blick und ihr Schuss ging über die Essener Torfrau zum 2:1 für die Germania ins Netz. In der 23. Miunte dann der erste Aufreger, der Germanias Trainer Ralf Spanier zur Weißglut brachte. Germania Kapitänin Lisa Stoltmann schirmte den Ball vor der Torauslinie ab, eine Essenerin hatte was dagegen und zog Stoltmann von hinten so am Trikot, das sie zu Boden ging. Den anschließenden Querpass drückte Kirsten Nesse zum 2:2 Ausgleich über die Linie. Der Schiedsrichter Assistent stand keine 5 m vom geschehen entfernt, reagierte aber nicht. „Eine bodenlose Frechheit“ mokierte Spanier die Situation, der selbst Essens Trainerin Laura Neboli zustimmte. Doch auch davon ließ sich Hauenhorst nicht aus der Ruhe bringen. In der 27. Minute war es Lena Wermelt die ihre Farben mit 3:2 in Front brachte. Nach einem Freistoß von Lisa Stoltmann, köpfte Wermelt den Ball unhaltbar ins obere Toreck. Doch auch Essen kann Tore schießen. In der 33. Minute konnte Mathilda Thies ungestört von der Außenlinie bis ins Zentrum dribbeln. Ihr anschließender Schuss aus 20m knallte unhaltbar für Torfrau Anne Gehring genau in den Winkel zum 3:3 Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel spielten beide Teams ihren offensiven Drang weiter aus. In der 50. Minute wurde ein Tor von Nicole Schampera wegen Abseitsstellung nicht anerkannt. In der 58. Minute war es dann erneut Lena Wermelt die mit einem wuchtigen Kopfball das 4:3 für die Germania erzielte. Doch nur vier Minuten später war es die eingewechselte Hanna Hamdi, die in bester Torjägermanier den Ball völlig freistehend aus der Drehung zum 4:4 Ausgleich einschoss. Die anschließende Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven, denn beide Mannschaften gaben sich mit dem Remis nicht zufrieden. In der 82. Minute war es Yurika Yamada die den Ball aus 35m Entfernung auf´s Tor schoss. Der Ball knallte im Toreck unter die Latte, tickte auf der Linie auf und drehte sich dann zur 4:5 Führung für Essen ins Tor. Hauenhorst löste nun die Defensive auf und tatsächlich gelang Nicole Schampera in der 90. Minute per Kopf der 5:5 Ausgleich, doch auch hier erkannte der Schiedsrichter Assistent erneut auf Abseits, was Spanier ebenfalls nicht verstehen konnte. „Entscheidend ist die Ballabgabe – hier sogar nach einem Freistoß – und nicht wenn die Spielerin den Ball bekommt.“ In der Nachspielzeit konterte Essen die Germania dann noch einmal aus und Hanna Hamdi erzielte mit dem Schlusspfiff ihrem zweiten Treffer den 4:6 Endstand.

Enttäuschte Gesichter auf dem Rasen des Waldparkstadions und Trainer Ralf Spanier musste seine Mannschaft, zumindest in Ansätzen, mental wiederaufbauen: „Wir haben vom Ergebnis her verloren, aber nicht von der Einstellung und von der Art und Weise wie wir aufgetreten sind und wie wir Fußball gespielt haben. Da waren wir dem Spitzenreiter gleichwertig und somit hätte dieses Spiel keinen Sieger verdient.“