1. Frauenmannschaft mit Pokalsieg und Meisterschaftsniederlage

Mit einer verdienten Niederlage in der Meisterschaft bei Fortuna Köln und einem glücklichen Pokalsieg im Elfmeterschießen in Ostbevern beenden die 1.Frauen der Germania ein mehr als anstrengendes Wochenende. Innerhalb von zwei Tagen musste das Team von Trainer Ralf Spanier zum einen die weite Reise in die Domstadt Köln mit einem kräftezerrenden Match gegen die Fortuna über sich ergehen lassen, um dann am Maifeiertag noch einmal über 120 Minuten in einem wahren Pokalfight, das Finale im Westfalenpokal zu erreichen.

Im Meisterschaftsspiel gegen Köln musste der Coach berufsbedingt auf einige Spielerinnen verzichten und so lautete die Devise zunächst einmal „möglichst defensiv agieren“. Die spielstarke Fortuna machte von Anfang an Druck und erzielte in der 15. Minute bereits das 0:1 aus Germanen Sicht. Hauenhorst stand im ersten Durchgang sehr tief und ließ den Gegner schalten und walten. Torchancen waren Mangelware und so erhöhte der Gastgeber in der 37. Minute verdient auf 0:2. Nach dem Wechsel agierte die Germania mutiger. Spanier verstärkte die Offensive und das führte zunächst zu mehr Ballbesitz. Christina Schimpke, mit gleich zwei Aktionen und Frauke Lunkwitz hatten die Möglichkeit den Anschlusstreffer zu erzielen, scheiterten jedoch an der gegnerischen Torfrau. Kurz vor Ende der Partie sorgte Köln nach einem Konter dann für den 0:3 Endstand.

Am Dienstag, im Halbfinale des Westfalenpokals, wollte es die Germania beim Westfalenligisten BSV Ostbevern besser machen. Trainer Ralf Spanier brachte mit Nicole Schampera, Kim Wolters und Christina Schimpke gleich drei Stürmerinnen in der Startelf. Und dieses zeigte, zumindest in der Anfangsphase, Wirkung. Hauenhorst schnürte Ostbevern in deren Hälfte ein und hatte in der 4.Minute bereits die Chance zur Führung durch Kim Wolters. Doch ihr Schuss ging knapp über das Tor. Doch nach knapp einer Viertelstunde war es vorbei mit dem angestrebten Offensivpower. Ostbevern wurde mutiger, übernahm das Kommando und scheiterte in der 17. Minute mit einem Lattenschuss nur knapp an der Führung. Doch damit nicht genug. In der 26. Minute konnte ein Freistoß von Ostbevern nicht richtig geklärt werden und den Abpraller drückte Laura Glenzki zum vielumjubelten Führungstreffer über die Linie. Ein Klassenunterschied war nun nicht mehr zu erkennen. Ostbevern spielte clever und diszipliniert und ließ nur in der 38. Minute einen Schuss von Nicole Schampera zu, der knapp neben das Tor ging.

Auch im zweiten Durchgang sollte bei der Germania zunächst nicht viel passieren. Keine nennenswerten Aktionen und ganz viel Glück, als der Schiedsrichter in der 70. Minute das 0:2 wegen einer Abseitsstellung abpfiff. In der Schlussphase wechselte Spanier mit Alexandra Mallwitz und Isabell Scheinig weitere Offensivkräfte ein um nun „alles oder nichts“ zu gehen. Belohnen durfte sich die SVG aber erst in 87. Minute. Nach einer tollen Einzelleistung von Nicole Schampera, die sich bis zur Grundlinie durchtankte und anschließend mit einer schönen Flanke Christina Schimpke bediente, die den Ball per Flugkopfball zum 1:1 Ausgleich ins Netz bugsierte.

Verlängerung war angesagt und da hatte unterm Strich die Germania die besseren Reserven. Mit viel Druck drängte der Regionalist auf die Entscheidung, doch sowohl ein Freistoß von Anna Höfker als auch ein Lupfer von Nicole Schampera brachten nicht den erhofften Erfolg. Und somit ging es in das, von allen Mannschaften, ungeliebte Elfmeterschießen. Die Germania begann und Schampera verwandelte zum 2:1. Ostbevern gleicht durch Heithoff zum 2:2 aus. Schöler verschießt bei der Germania. Kühlenkötter trifft zum 2:3 für Ostbevern. Mallwitz gleicht aus zum 3:3. Gerdes verschießt bei Ostbevern. Höfker trifft zum 4:3 für die Germania. Anne Gehring hält den Strafstoß von Petra Groth. Lisa Stoltmann trifft zum 5:3 Sieg für die Germania.

Riesenjubel bei der Germania und auch bei Trainer Ralf Spanier, der mehr als erleichtert ist. „Am Ende zählt auch im Pokal nur das Ergebnis. Wir waren heute nicht die besseren, aber die glücklicheren“ so der Coach, der in dieser Woche in den anstehenden Trainingseinheiten wohl den Punkt „Regeneration“ ganz oben auf seinen Zettel haben wird. „Wenn man innerhalb von 48 Stunden zwei Wettkämpfe mit einer Gesamtspielzeit von knapp 3 ½ Stunden und dazu noch 6 Stunden Reisezeit hat, sollte man das Thema „Belastungssteuerung“ im anstehenden Trainingszeitraum schon berücksichtigen”