Westfalenpokal: SV Bökendorf vs Damen I 0 : 4 n.V.

Der Bericht der Sportkurve Höxter ( Rene Wenzel ) zum Westfalenpokalhalbfinale zwischen SV Bökendorf und unserer 1. Frauenmannschaft.

Die erschöpften, aber glücklichen Germanenfrauen

Die erschöpften, aber glücklichen Germanenfrauen

Bökendorf (rw). Erst in der Verlängerung zerplatzt der große Traum des SV Bökendorf wie eine Seifenblase. Gegen den SV Germania Hauenhorst scheitert das Team aus dem Kreis Höxter mit 0:4 (0:0/0:1). Die Akteurinnen des SV Bökendorf können trotz des Ausscheidens im Westfalenpokal-Halbfinale stolz auf ihre Leistung sein.

„Meine Mädels haben sich ein großes Kompliment verdient. Mit zunehmender Spieldauer hat uns die Kraft gefehlt. Es standen zu viele angeschlagene Spielerinnen auf dem Platz. Dass es am Ende 0:4 steht, ist etwas zu deutlich“, resümiert SVB-Trainer Sven Schmidt, der seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Ligasieg auf keiner Position ändert.

Ganz anders machen es die Gäste. Der Westfalenliga-Erste reist mit 191-fachen Nationalspielerin Kerstin Stegemann an. Auch die zuletzt lange angeschlagene Nicole Schampera beginnt. „Die bieten alles auf was möglich gewesen ist“, kommentiert Schmidt. Die 38-Jährige Stegemann bildet zusammen mit SVH-Spielführerin Melanie Reinhold (32 Jahre) ein erfahrenes Zentrum.

Die erste Chance in einer ausgeglichenen Partie besitzen die komplett in Rot auflaufenden Hauenhorsterinnen nach gut einer Viertelstunde. Reinhold zieht aus 30 Metern ab, SVB-Torfrau Chantal Woznitza packt nach einem Pfostentreffer sicher zu. Fast direkt im Gegenzug lassen sich die Gastgeberinnen im gegnerischen Strafraum blicken. Angreifer Carla Oelmann bedient Tina Drewitz, die mit einem Flachschuss an SVH-Keeperin Andrea Brümmer scheitert.

Fortan läuft die Kugel viel durch die beiden Mittelfeldreihen. Bökendorf steht Defensiv bis auf ein, zwei Ausnahmen sicher und setzt den Favoriten gut unter Druck. Ein Distanzschuss von Lena Wermelt wirkt harmlos, muss aber von Woznitza zur Ecke gelenkt werden (33.). 120 Sekunden später verliert die an der Wade verletzte Katharina Nadermann ein Laufduell gegen die flinke Nicole Schampera. Mit einem flachen Zuspiel in den Rückraum bedient die Torjägerin die wenige Meter vor dem Tor lauernde Reinhold. Die Spielführerin bekommt aber zu wenig Druck hinter den Ball – eine leichte Beute für Woznitza.

Die Gäste bleiben in dieser Phase das gefährlichere Team. Abwehrchefin Marie Gosewinkel schlägt die Kugel nach einem Freistoß weit in den Sechzehner. Woznitza rauscht am Leder vorbei, Pamela Jahn muss einen Schussversuch auf der Linie klären. Kein Wunder, dass sich der gelernte Keeper Sven Schmdit darüber ärgert.

Nach 41 Minuten klatscht das Runde erneut gegen den Pfosten – Schampera scheitert. Die beste Chance des SV Bökendorf lässt Carla Oelmann auf Zuspiel von Sarah Mönnekes liegen (44.). Die Stürmerin geriet in Rücklage und stellt Brümmer vor keine großen Probleme. Eine kurze Druckphase vor der Pause beendet Schiedsrichterin Amelie Ellerkamp (Borchen) mit dem Pausenpfiff. „Bökendorf hat es wieder richtig gut gemacht. Wir standen aber diesmal besser und haben Yvonne Hansmeier und Sarah Mönnekes aus dem Spiel genommen“, berichtet SVH-Trainerin Anja Siegers.

Nach dem Seitenwechsel übernehmen die Hauenhorsterinnen wieder etwas mehr das Kommando, lassen zwei gute Möglichkeiten liegen. Stegemann schießt, Nadermann und Woznitza sind sich uneinig. Der Ball landet bei Schampera, die im beim Abschluss von Lappe gestört wird. Auf der Gegenseite macht es Hansmeier mit einem Zuspiel auf Oelmann so richtig gefährlich. Doch die Angreiferin schießt Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. „Mit etwas mehr Glück machen wir hier den Treffer“, so Schmidt.

Knapp eine halbe Stunde bleibt es nach dieser Aktion ruhig. Erst dann scheitert Drewitz mit einem zu zentralen Schuss aus 14 Metern (82.). In der Nachspielzeit wird es dann richtig spannend. Vor dem Gehäuse des SV Bökendorf geht es drunter und drüber. Stegemann, Schampera und Lena Wermelt verpassen in mehreren Aktionen den „Lucky Punch“.

In der Verlängerung machen es die Gäste besser. Einen tiefen Ball in die Schnittstelle gewinnt Kim Wolters das Laufduell gegen Catharina Lappe und schießt ins linke Eck ein – 0:1 (92.). Der SV Bökendorf hält weiter gut dagegen, kommt aber nicht in die Box. Erneut sind in der Verlängerung nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff gespielt. Und dann folgt der Treffer von Nicole Schampera, die mit dem 2:0 das Match vorzeitig entscheidet (107.). Die Gastgeberinnen können auch mit einem verändertem System (3-4-3) für keine Spannung mehr sorgen. Der dritte und vierte Treffer von Wolters sowie Reinhold besorgen den 4:0-Endstand. „Jetzt wollen wir den Pokal holen und Meister werden“, unterstreicht Anja Siegers die eigenen Ziele.

SV Bökendorf: Woznitza – Lappe, Jahn, Nadermann (62. Balke), Kremeyer (91. Kreylos) – Lessmann, Hansmeier, Kuhlmann, Mönnekes – Drewitz, Oelmann.

SV Hauenhorst: Brümmer – Schampera, Wolters, Reinhold, Ewering (71. Schüring), Wacker, Stegemann, Stoltmann, Lütke-Harmölle, Wermelt (110. Gude), Gosewinkel (116. Schillinger).

Tore: 0:1 Wolters (92.), 0:2 Schampera (107.), 0:3 Wolters (113.), 0:4 Reinhold (116.).

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