FSV Gütersloh II vs. Damen I 1 : 5

(LG) – Vor dem Spiel wurde das Duell der beiden Tabellennachbarn als „Spitzenspiel“ betitelt. Und das war es auch!

„Eine Werbung für den Frauenfußball“ , hieß es von Seiten der Zuschauer. Aber alles von Anfang an.

wolters, kim

Die gut 70 Zuschauer in Gütersloh sahen von der ersten Minute an eine spektakuläre Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Mannschaftskapitänin Marie Gosewinkel gab die Marschroute vor, sagte vor der Partie, dass der Gegner keine Luft zu atmen haben dürfe. Dieser Anweisung folgten alle Spielerinnen und boten eine Partie auf einem ganz starken Niveau. Die Tormaschine wollte jedoch in den ersten gut vierzig Minuten noch nicht richtig ins Laufen kommen und es wurde die ein oder andere Torchance zu leichtfertig vergeben. In der 44. Minute platze dann endlich der Knoten, als sich die schnelle
Nicole Schampera auf außen durchsetze und mustergültig zu ihrer Sturmpartnerin Lena Gosewinkel flankte, die den Ball volley aus 10 Meter unter den Querbalken jagte – 1:0. Nur eine Minute später passte die überragende Kerstin Stegemann in den Rückraum der Güterslogosewinkel, lenaher Abwehr, wo Kim Wolters nicht lange zögerte und den Ball ebenfalls in den Knick haute. Wer geglaubt hat, dass die Germania einen Gang runter schaltete, kennt die
Philosophie der Trainerin nicht. Nun zündete die Truppe um Lisa Stoltmann den Turbo. Die Germaninnen zeigten in der zweiten Halbzeit erneut das ganze Repertoire. In der 54. Minute belohnte Nicole Schampera sich für ihre Bemühungen und schob nach einem Pass von Sinah Lütke-Harmölle eiskalt zum 3:0 ein. Einen direkten Freistoß, der als Flanke vorgesehen war, konnte Keeperin Kira Fröbrich nicht richtig einschätzen und der Ball segelte ins Tor. 3:1. Nach diesem Gegentreffer waren die Schützlinge von Anja Siegers für gut zehn Minuten von der Rolle und fingen an unschönen schampera, nicoleFußball zu spielen. „In dieser Phase müssen wir noch etwas ruhiger werden und auf unsere Stärken vertrauen. Explizit das Kurzpassspiel beherrschen meine Mädels gut. Da tut Ruhe am Ball in der ein oder anderen Situation doch gut“, gelobte Siegers Besserung. Die ganze Aufregung war umsonst, denn Lena Gosewinkel traf mit ihrem schwächeren linken Fuß zur zwischenzeitlichen 4:1 Führung für die Gäste. Den Schlusspunkt setze die Torjägerin Nicole Schampera, die in der letzten Minute der Nachspielzeit eine Flanke per Kopf vollendete.

Fazit des Spiels: Hauenhorst hat ganz klar einen Lauf. Das 2:0 in Borchen war ein Weckruf, den die Germania gehört haben. 18 Tore aus den letzten drei Spielen sprechen für sich. Am kommenden Sonntag muss die Truppe beweisen, dass sie konstant ihren Fußball weiterspielen kann und dem Druck standhält.

Der Bericht aus der NW

Gütersloh. Wer gegen Germania Hauenhorst spielt, der hat es neuerdings mit sieben Spielerinnen des FFC Heike Rheine zu tun, die nach der Auflösung ihres Teams den Verein wechselten. Viel schlimmer noch für die Hauenhorster Gegner: Sie haben es weiterhin mit Nicole Schampera zu tun.

Die 26-Jährige, in der Vorsaison mit 39 Treffern Torschützkönigin der Fußball-Westfalenliga, blieb ihrem Klub treu. Der FSV Gütersloh II, schon des öfteren ein Opfer ihrer Qualitäten, hatte sich am Sonntag eine besondere Taktik zurechtgelegt, um die herausragende Spielerin des Tabellenführers auszuschalten: Katharina Bödeker war als „falscher Sechser“ ausschließlich für die Beschattung der aus dem zentralen Mittelfeld heraus agierenden Tormaschine abgestellt. Das klappte gut, denn Schampera erzielte in der 1. Halbzeit keinen Treffer.

Das Problem: Der FSV II lag nach 45 Minuten mit 0:2 zurück, denn zwei andere Hauenhorsterinnen hatten unmittelbar vor der Pause mit einem Doppelschlag getroffen. „Wir konnten körperlich überhaupt nicht dagegenhalten und haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren“, gestand Trainer Heiner Hillemeyer die Überlegenheit der robusten Gäste ein. Um mit spielerischen Mitteln effektiveren Widerstand leisten zu können, gab Hillemeyer in der 2. Halbzeit die „Manndeckung“ von Schampera auf. Das Ergebnis: Schampera traf zweimal, erhöhte ihr Konto damit auf neun Saisontore, und der FSV II verlor mit 1:5.

Bei der ersten Saisonniederlage, durch die die zuvor dreimal siegreichen Gütersloherinnen auf Rang fünf abrutschten, erzielte Katrin Posdorfer mit einem direkt verwandelten Freistoß aus fast 30 Metern in der 65. Minute den Ehrentreffer. Heiner Hillemeyer machte seinen Spielerinnen dennoch ein Kompliment: „Sie haben sich nicht ergeben, sondern sich bis zuletzt gewehrt.“

Dass bei den Hauenhorsterinnen auch die Ex-Gütersloherin Kerstin Stegemann (37) mitspielte, die 191-fache Nationalspielerin, war dem FSV-Coach gar nicht weiter aufgefallen. „Wir haben gegen Germania Schampera verloren“, konstatierte er.